Einmal ein Bundesligaspiel leiten. Die Seitenwahl nach der Champions-League-Hymne durchführen. Das Finale der Weltmeisterschaft mit dem richtigen Pfiff entscheiden. – Als Schiedsrichter Karriere zu machen ist erstrebenswert. Obwohl das hohe Maß an Verantwortung einen immensen Druck ausüben kann, ist es für viele das Glücksgefühl. In Schleswig-Holstein sind knapp 2.000 Schiedsrichter zu Hause. Doch nur die wenigsten schaffen den Sprung nach oben. Nach ganz oben fast keiner. Talent allein reicht nicht aus. So sieht es zumindest Bundesligaschiedsrichter Tobias Stieler. Bei seinem Gastauftritt im August in Albersdorf erzählte er, dass er selbst viel Glück hatte und einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.

Aber wie kommt man nun nach ganz oben? Zwischen Talent und Glück steckt viel Arbeit. Die sportliche Fitness und gute Regelkenntnis sind Grundvoraussetzungen. Ein Spitzenschiedsrichter kann ein Spiel lesen, managt viele Situationen allein durch seine Persönlichkeit und ist gedanklich immer einen Schritt voraus. Auf dem Spielfeld, aber auch außerhalb des Platzes. Um diese Dinge weiterzuentwickeln, gibt es Förderkader. In diesen werden junge und talentierte Unparteiische mit zusätzlichen Maßnahmen fortgebildet.

Zu Beginn der laufenden Saison haben die Kreisfußballverbände Nordfriesland, Westküste, Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde beschlossen, die Förderung gemeinsam voranzutreiben. Im Rahmen dieser Kooperation trafen sich zwölf Schiedsrichter und drei Lehrwarte zum gemeinsamen Lehrgang im nordfriesischen Rantrum. Zusätzlich zum sportlichen und regeltechnischen Part stand die Spielbeobachtung des Landesliga-Derbys TSV Rantrum – Husumer SV auf dem Programm. Betreut wurde der Nachwuchs von keinem geringeren als Ex-Fifa-Assistent Sönke Glindemann. Er stand u. a. bei Spielen wie Juventus Turin gegen Real Madrid, England vs. Spanien und bei diversen Bundesligapartien an der Linie.

In der Halbzeit und nach dem Spiel in Rantrum wurden viele Szenen gemeinsam analysiert. Glindemann war kritisch, hatte aber auch jederzeit einen guten Tipp parat. – Die wichtigste Botschaft an die Nachwuchsreferees lautet aber: Glück ist nicht planbar. Du musst mehr tun als andere. Und tun sie mehr, musst du wieder einen drauflegen. Talent ist wichtig, harte Arbeit aber unersetzlich. Es wird sich lohnen. Und wenn es nicht Madrid ist, dann vielleicht Holstein Kiel, Weiche Flensburg oder VfB Lübeck. In jedem Fall erstrebenswert.

Aus unserem Kreis haben Felix Till (Osterrönfelder TSV) als Teilnehmer und Dajinder D. Pabla (TuS Jevenstedt) als Lehrwart teilgenommen.

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